Arztpraxen: Mehraufwand fĂŒr TI-Konnektor kaum zu stemmen đŸ‘©â€âš•ïžâŒ

Angelika Melson (Praxisconzept)

Angelika Melson betreut mit ihrem Beratungs- und Schulungsunternehmen Praxisconzept Arztpraxen unterschiedlicher Fachrichtungen zum Praxis- und QualitĂ€tsmanagement, Management Coaching, Human Resources und Chance Management. Ihre Kunden sind ĂŒberwiegend im nord- und mitteldeutschen Raum angesiedelt.

Frau Melson, Sie haben ja tÀglich direkten Kontakt zu vielen Praxisbetreibern. Wie ist dort aktuell die Haltung zur Telematikinfrastruktur (TI)?

Der technische und organisatorische Aufwand fĂŒr die Praxen ist aktuell enorm. Die Ärzteschaft ist rund um das Thema des TI-Konnektors sehr angespannt. Nun werden sie unter anderem aufgefordert, fĂŒr bestimmte nicht einwandfrei funktionierende Konnektoren einen zusĂ€tzlichen Adapter zu bestellen (s. https://www.apotheke-adhoc.de/). Dabei muss der Konnektor bald ohnehin ausgetauscht werden. Die Praxen erleben meist, dass weder das eRezept noch die eAU funktionieren. Und wenn es doch klappt, kann zum Beispiel die Apotheke mit dem QR-Code auf dem eRezept nicht umgehen. Oder die Krankenkasse kann die per KIM gesendete eAU noch nicht verarbeiten. All das fĂŒhrt zu einem immensen Mehraufwand fĂŒr die Praxen, der kaum noch zu stemmen ist.

Wie viele Ihrer Kunden mĂŒssen aktuell schon ihren TI-Konnektor tauschen?

Von den Kunden, die ich betreue, mĂŒssen etwa 20 Prozent den Konnektor bis zum Jahresende ausgetauscht haben. Aber es geht ihnen nicht nur um die Frage, ob ein Tausch jetzt oder erst in einem halben Jahr erfolgen muss. Die Praxen werden mit den ganzen Informationen rund um die TI, von der Installation bis zur Abrechnung, seit Jahren nahezu bombardiert. Sie möchten eine Lösung, bei der sie sich mit dem Thema einfach nicht mehr beschĂ€ftigen mĂŒssen.

Wie kommt Ihren Erfahrungen nach bisher das Konzept TI as a Service im ambulanten Bereich an?

Ich betreue ausschließlich Praxen, die den TI-Konnektor bisher in den eigenen RĂ€umlichkeiten aufgestellt haben. Wenn man den Verantwortlichen erzĂ€hlt, dass der Konnektor bei der „TI as a Service“ in einem Rechenzentrum steht, kommt es eigentlich immer zunĂ€chst zu einer Abwehrhaltung. Denn ein Rechenzentrum wird im Kopf automatisch mit dem Thema „Cloud“ verbunden. Und die Cloud ist etwas, demgegenĂŒber Ärztinnen und Ärzte recht negativ gegenĂŒberstehen. Das liegt unter anderem an der frĂŒheren Kommunikation der KBV, die immer vermittelt hat: Gebt eure Patientendaten auf keinen Fall in die Cloud. Hier mĂŒssen wir den Praxisbetreibern die Unterschiede erklĂ€ren: Die Telematikinfrastruktur, betrieben zum Beispiel ĂŒber TI-Konnektoren in sicheren, deutschen Rechenzentren hat wenig mit einer Cloud, womöglich noch im fernen Ausland betrieben, gemein. Hier gilt es auch Wissen aufzubauen.

Wir bieten bei AKQUINET mit TI2GO eine sehr einfache Lösung fĂŒr die TI-Installation an. Meinen Sie, dass damit den Praxen geholfen wĂ€re?

Ich habe das Konzept von TI2GO bisher so verstanden, dass dabei quasi die TI aus der Steckdose kommt. In der Praxis wird ein KĂ€stchen an die Steckdose angeschlossen und den Rest ĂŒbernimmt dann AKQUINET. Ja, mit einem solchen Modell wĂŒrde sicher vielen Praxisinhaberinnen und -inhabern „ein Stein vom Herzen fallen“. Wie gesagt: Es gibt ein sehr großes Interesse, diese technischen Themen möglichst dauerhaft abzuhaken, damit man sich mit voller Kraft den Patientinnen und Patienten widmen kann. Wir bei Praxisconzept bieten auch QM2GO an. Dabei können die Praxen ihr QualitĂ€tsmanagement ĂŒber ein Online-Tool dokumentieren. Wir unterstĂŒtzen sie bei Bedarf dabei und können das QualitĂ€tsmanagement auch zertifizieren. Solche praxisnahen Angebote, die Arbeit abnehmen, suchen die Praxen. Dabei mĂŒssen sie natĂŒrlich erprobt und sicher sein.

Sie möchten Praxisinhaberinnen und -inhaber zu einer Themenreihe einladen, nicht wahr?

Ja, denn es ist wichtig, dass wir die Bedenken und Fragen der Praxen aufnehmen und direkt ins GesprĂ€ch kommen. Newsletter und Infobriefe reichen da nicht aus. Wir planen gemeinsam mit AKQUINET und qoom eine Eventserie namens „Die zukunftssichere Praxis“. AKQUINET hat seinen Kundenschwerpunkt bisher im stationĂ€ren Bereich und zĂ€hlt viele GroßkrankenhĂ€user und Unikliniken zu seinen Kunden. Mit Praxisconzept als Partner kann man jetzt auch strategisch den ambulanten Gesundheitssektor angehen. Neben der enormen technischen Expertise bietet AKQUINET sehr sichere Rechenzentren. Wir haben immer einen Beratungsblick auf die Themen, weil wir genau wissen, wie die Prozesse in den Praxen laufen und woran es hakt.

Was erwartet die Teilnehmer*innen beim ersten Event?

Aus aktuellem Anlass lautet das Thema am 26. Oktober 2022 „Wie kann ich meine Praxis gegen einen Mangel in der Energieversorgung schĂŒtzen?“ Dieses Thema ist insbesondere fĂŒr die Arztpraxis sehr aktuell: Was passiert bei drohenden Stromschwankungen, Stromspitzen oder gar bei einem Stromausfall? Sind die medizinischen GerĂ€te sicher? Verfallen die Medikamente in meinem KĂŒhlschrank? – Solche Fragen werden mir aktuell oft gestellt. Alle VortrĂ€ge werden mit direkten Handlungsempfehlungen versehen sein. Als Mehrwert fĂŒr die Praxis werden Checklisten zur VerfĂŒgung zur direkten Anwendung in der Arztpraxis bereitgestellt. DarĂŒber hinaus gibt es ausreichend Gelegenheit fĂŒr offene Fragen und Zeit fĂŒrs Networking.

Vielen Dank fĂŒr das GesprĂ€ch, Frau Melson!

 

Themenreihe „Die zukunftssichere Praxis“

Auftaktveranstaltung am 16.11.2022, 15:00 – 17:30 Uhr

Ablauf:

  • 14:30 Uhr Check-in
  • 15:00-17:30 Uhr VortrĂ€ge
  • 17:30 Uhr Get-together
  • 18:00 Uhr Offizielles Ende

Ort: AKQUINET, Werner-Otto-Straße 6, 22179 Hamburg (Bramfeld)

Alle Themen und Termine unter: www.zukunftssichere-praxis.de

Webseite Praxisconzept: www.praxisconzept.com