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TI-Start in der Pflege: Worauf Einrichtungen jetzt achten sollten

Mal wieder eine Frist: Bis zum 1.7. sollen Pflegeeinrichtungen an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sein – so der Fahrplan der gematik.

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Dan Lingenberg

Beratung Pflege und Reha

Von Dan A. Lingenberg, Telematikinfrastruktur-Beratung Pflege, AKQUINET

Mal wieder eine Frist: Bis zum 1.7. sollen Pflegeeinrichtungen an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sein – so der Fahrplan der gematik. Auf ihren Seiten Pflege | gematik erklärt die gematik, wie der TI-Anschluss in der Pflege gelingt und welche Vorteile er bieten kann.

Doch auf der gematik-Seite steht auch, dass im Februar 2025 gerade einmal 30 % der Pflege-Einrichtungen die nötige SMC-B-Karte beantragt haben. Diese 30% haben also nur eine Voraussetzung für die TI-Anbindung, was aber noch lange nicht heißt, dass sie angeschlossen sind. Und ich wette, dass bis zum 1.7.2025 längst nicht alle Einrichtungen TI-ready sind – leider. Als Berater stelle ich fest, dass ich bei den Pflegeeinrichtungen eigentlich die gleichen Gespräche wie vor einem Jahr führe. Ich kläre auf über Kartenbestellung, VPN-Zugang oder Erstattungen. Dabei ist die Pflegebranche nicht die erste, die an die TI angeschlossen werden soll: Wieso also geht der Prozess nicht schneller voran?

Schulungen, Beratungen, Service für die Pflege fehlen

Der Grund ist aus meiner Sicht: wirklich guter Service und verständliche Erklärungen sind selten. Softwareanbieter präsentieren häufig Telematikinfrastruktur-Leistungen und Softwaremodule kombiniert.  Sie koppeln also direkt technische Voraussetzung und Nutzungen, was das Verständnis für Kunden erschwert. Hinzu kommt: Der Pflegesektor spricht nicht mit einer klaren und lauten Stimme. Anders als bei Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern oder Apotheken gibt es hier weniger Gleichklang von Verbänden und Institutionen. Die Informationen der gematik selbst sind hilfreich, aber bei den Pflegeeinrichtungen oft nicht im Fokus. So fühlen sich die Pflegeeinrichtungen, die ohnehin besonders unter hoher Arbeitsbelastung, Mitarbeitermangel und Finanzierungsengpässen leiden, mit dem aus ihrer Sicht eher leidigen Thema der Telematikinfrastruktur mehr oder weniger alleingelassen. In einer aktuellen Befragung gaben die Einrichtungen an, dass ihnen hier „Schulungen, Beratungen und Service fehlen“ (s. Viele Pflegeeinrichtungen schlecht auf Anbindung an Telematikinfrastruktur vorbereitet – News – Deutsches Ärzteblatt).

Primärsystem-Hersteller muss nicht den TI-Anschluss machen

Die Pflegeeinrichtungen sehen die TI-Anbindung meist als reines Software-Thema. Und wenden sich damit oft an den Anbieter ihrer Pflegesoftware. Mir begegnet häufig die Aussage, dass der TI-Anschluss über den Primärsystem-Anbieter erfolgen MUSS. Wichtig ist zu wissen: Der TI-Anschluss muss nicht durch den Primärsystem-Anbieter erfolgen – die Anbieterwahl für den TI-Anschluss ist frei. Die gematik und das BMG haben dies gesetzlich klar definiert - die Interoperabilität ist Vorschrift. Das bedeutet: Jeder TI-Anschluss und jedes KIM müssen in jeder Software funktionieren. Spannend ist: Die Primärsystem-Hersteller sind selbst mit ihren Systemen zum Teil noch nicht auf die TI ausgerichtet (s. TI Score | TI-Score, Bereich: Pflege). Die TI-Anbindung der Einrichtung nicht ihr Fokus, sondern das Bereitstellen einer leistungsfähigen Softwarelösung.

Wenn Einrichtungen den TI/KIM-Anschluss bei einem separaten Anbieter bestellen – das ist natürlich gerne AKQUINET – hat diese viele Vorteile:

  • Weniger Abhängigkeit von einem Vertragspartner
  • Jeder Anbieter ist auf seinem Spezialgebiet tätig
  • Klare Preis-Leistungs-Transparenz

TI ist mehr als Technik, sie kann Prozesse verbessern

Einrichtungen sollten aber auch schon früh bedenken, dass die Anbindung an die TI mehr ist als eine rein technische Maßnahme. Es geht um die Einbindung in bestehende Prozesse und die Neugestaltung von Prozessen innerhalb und besonders auch außerhalb der Einrichtung, also mit Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern und Angehörigen. Dabei treten auch viele nicht-technische Fragen auf wie: Wie viele KIM-Adressen sollte ich einrichten? Welche Prozesse schließe ich daran an? Etc. Die Telematikinfrastruktur kann, wenn sich man sich früh umfassend und systemneutral beraten lässt, helfen, Potenziale der Digitalisierung schneller zu nutzen.

Wir von AKQUINET helfen bei diesen Fragen rund um den TI-Anschluss in der Pflege gerne weiter! Kontaktieren Sie uns für eine umfassende Beratung zur TI-Integration in Ihrer Pflegeeinrichtung.

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