Fragen und Antworten zu KIM – Kommunikation im Medizinwesen

Dirk Aagaard, CEO akquinet health service GmbH

Hallo Dirk, momentan läuft ja der KIM-Feldtest, so dass die akquinet health service GmbH bald als KIM-Anbieter auf den Gesundheitsmarkt tritt. KIM, also die „Kommunikation im Medizinwesen“ ist ja ganz neu für Ärzte und alle anderen Leistungserbringer. Daher beantworte uns bitte einige grundlegende Fragen.

Zunächst einmal: Was ist KIM?
Mit dem Kommunikationsdienst KIM ist es für Praxen zukünftig möglich, medizinische Dokumente, aber auch einfache Nachrichten elektronisch und sicher über die Telematikinfrastruktur (TI) zu versenden und zu empfangen. Der Dienst, der vorher unter dem Namen KOM-LE firmierte, funktioniert wie ein E-Mail-Programm. Nur wird dabei jede Nachricht und jedes Dokument verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Da KIM sich an die Praxisverwaltungssysteme anbinden lassen soll, wird die Kommunikation dann besonders einfach und komfortabel sein. An KIM anschließen werden sich neben Praxen auch Krankenhäuser, Apotheken, Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenkassen und andere Einrichtungen. So soll die gesamte elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen nur noch darüber laufen.

Ab wann braucht meine Praxis einen KIM-Dienst? 
Spätestens ab 1. Oktober 2021 benötigten alle Arztpraxen einen solchen Kommunikationsdienst. Denn ab dann sind sie nach dem Terminservice- und Versorgungsgesetz verpflichtet, die AU-Bescheinigungen ihrer Patienten elektronisch an die Krankenkassen zu senden. Auch für die Versendung von eArztbriefen wird KIM zukünftig eingesetzt. Um einen möglichst reibungslosen Übergang zu „KIM“ zu ermöglichen, dürfen Ärzte übergangsweise auch KV-Connect weiterhin nutzen – für sechs Monate ab dem Zeitpunkt, an dem ein KIM-Dienst auf dem Markt verfügbar ist. 

Wo bekommt meine Praxis einen KIM-Dienst? 
Verschiedene Hersteller und natürlich auch die akquinet health service GmbH entwickeln derzeit einen KIM-Dienst. Praxen können den Anbieter dabei frei wählen, da jeder Dienst mit jedem Praxisverwaltungssystem (PVS) kompatibel sein muss. So lautet die Vorgabe der gematik, die für die Zulassung der KIM-Dienste zuständig ist. Die KBV bietet den Praxen einen passgenauen KIM-Dienst ankv.dox. Der bereits bestehende Kommunikationsdienst KV-Connect des KV-Systems läuft vorerst weiter und wird dann schrittweise auf den KIM-Standard überführt. 

Was benötigt meine Praxis, um den KIM-Dienst zu nutzen?
Grundlage für KIM ist ein Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) mit dem sogenannten E-Health-Konnektor. Dieser unterstützt neben dem Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) auch medizinische Anwendungen wie den elektronischen Medikationsplan (eMP) und das Notfalldatenmanagement (NFDM). Praxen, die bereits an die TI angebunden sind, benötigen vor allem ein Update für ihren Konnektor. Das Update ist auch nötig, um neue digitale Anwendungen wie das NFDM nutzen zu können. Praxen sollten sich hier für weitere Informationen an ihren PVS-Hersteller oder IT-Dienstleister wenden. Um dann KIM installieren zu können, muss natürlich ein Vertrag mit einem KIM-Anbieter geschlossen sein. Die Praxis benötigt das das KIM-Clientmodul des Anbieters, das sie sich online herunterlädt. Und dann benötigt sie einen E-Mail-Client im PVS oder KIS System, das angebunden werden soll.  

In welcher Höhe werden die Technik- und Betriebskosten erstattet? 
Die Kosten für Ausstattung und Betrieb sind mit der Finanzierungsvereinbarung, die die KBV mit dem GKV-Spitzenverband abgeschlossen hat, abgedeckt.
Praxen, die bereits an die TI angeschlossen sind, benötigen ein Update des Konnektors auf den E-Health-Konnektor. Dieser beinhaltet die qualifizierte elektronische Signatur (QES), die für KIM notwendig ist. Für das Update erhalten Praxen einmalig eine Pauschale von 530 €. Darin enthalten sind auch die Kosten für die PVS-Updates für den elektronischen Medikationsplan und das Notfalldatenmanagement. Für die Anschaffung von „KIM“ zahlen die Krankenkassen einmalig 100 € je Praxis. Praxen müssen gegenüber der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen, dass die notwendigen Komponenten installiert und funktionsfähig sindAuch wenn noch kein KIM-Dienst verfügbar ist, finanzieren die Krankenkassen bereits jetzt eine Betriebskostenpauschale von 23,40 €pro Quartal je Praxis für den Übertragungsdienst. Außerdem werden für den eArztbrief bis zu 23,40€ je Arzt und Quartal für den Versand und Empfang vergütet. Hinzu kommt hier noch eine Strukturförderpauschale von einem EBM-Punkt (10,99 Cent) je versendetem eArztbrief hinzu. 

Vielen Dank, Dirk! 


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