Wer muss bis wann welche TI-Anwendungen einf√ľhren? ūüĎ®‚Äć‚öēÔłŹūüíĽ

Momentan befindet sich das gesamte Medizinwesen in einem durch die Regierung und die gematik vorangetriebenen Digitalisierungsschub. Dieser startete bereits 2017 mit der Telematikinfrastruktur (TI), nahm aber f√ľr niedergelassene Mediziner erst 2018 an Fahrt auf. F√ľr Kliniken ging es noch einige Monate sp√§ter los, da die TI-Einf√ľhrung dort deutlich aufw√§ndiger ist. Im Laufe dieses Jahres wurden nach und nach einzelne TI-Anwendungen eingef√ľhrt, dabei aber auch einige Starttermine verschoben, so dass der √úberblick √ľber die einzelnen Anwendungen und Fristen nicht einfach ist. Zudem sind die Fristen auch f√ľr Praxen und Kliniken verschieden gesetzt. Wir geben einen √úberblick f√ľr beide Bereiche:

Praxen:

TI und KIM
F√ľr¬†Arzt- und Zahnarztpraxen sind der Anschluss an die Telematikinfrastruktur und¬†die¬†Nutzung von KIM (Kommunikation im Medizinwesen)¬†bereits Pflicht.¬†¬†

VSDM, NFDM und eMP
Mit Anschluss an die TI¬†sind f√ľr √Ąrztinnen und¬†√Ąrzte¬†inzwischen¬†drei TI-Anwendungen nutzbar: das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM), das¬†Notfalldatenmanagements (NFDM) und der¬†Elektronischen Medikationsplan¬†(eMP).¬†Die erste Anwendung, das VSDM¬†und damit das¬†Abfragen und Aktualisieren der Stammdaten der Patienten¬†auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK),¬†ist Pflicht.¬†Falls¬†der Stammdatenabgleich¬†nicht erfolgt, wird dies sanktioniert.¬†¬†

ePA
Seit¬†1. Juli 2021¬†m√ľssen¬†alle Vertrags√§rzte und -psychotherapeuten die¬†ePA¬†lesen und bef√ľllen k√∂nnen¬†(1. Stufe, 2. Stufe folgt¬†2022).¬†Ansonsten droht ihnen eine K√ľrzung der Verg√ľtung aus vertrags√§rztlicher T√§tigkeit um 1 Prozent. Dies gilt nicht, wenn die notwendigen technischen Komponenten vor dem 1. Juli bestellt wurden, aber noch nicht geliefert wurden.¬†¬†

eAU und eRezept
Die Einf√ľhrung des E-Rezepts¬†und der elektronischen Arbeitsunf√§higkeitsbescheinigung (eAU) sind¬†laut einer neuen Richtlinie¬†der Kassen√§rztlichen Bundesvereinigung¬†(KBV)¬†mit einem Papierausdruck¬†noch¬†mindestens¬†bis zum 30. Juni 2022 erlaubt.¬†Der¬†verpflichtende¬†digitale Versand war urspr√ľnglich bereits ab dem 1. Januar 2022 geplant. Seit dem 1. Oktober 2021 k√∂nnen Praxen¬†bereits Krankschreibungen digital an die Kassen √ľbermitteln.¬†Die Fristverl√§ngerung erfolgte Anfang November 2021, weil¬†viele¬†der rund 120 verschiedenen¬†Praxisverwaltungssysteme noch keine E-Rezepte generieren k√∂nnen.¬†Die KBV verweist darauf, dass die ‚Äě√Ąrztinnen und √Ąrzte weiterhin aufgefordert sind, schnellstm√∂glich die notwendigen Komponenten wie einen KIM-Dienst¬†und¬†den elektronischen Heilberufsausweis zu bestellen.‚Äú¬†¬†

Kliniken und MVZ:

KIM-Versand von ePA ab Januar 2022 Pflicht

Die¬†TI-Anbindung¬†f√ľr Krankenh√§user¬†ist¬†seit dem 01.01.2021¬†vorgeschrieben.¬†Sanktioniert wird¬†eine fehlende Anbindung¬†aber erst ab dem 01.01.2022.¬†Mit der TI¬†m√ľssen¬†Krankenh√§user¬†bis zum 01.01.2022 auch alle Voraussetzungen f√ľr das VSDM, f√ľr die Anwendung des NFDM, des eMedikationsplans und der ePA erf√ľllt haben (Weitere Informationen).¬†Dies bedeutet, dass¬†sie¬†nicht nur technisch¬†in der Lage sein m√ľssen, die¬†eAU¬†√ľber KIM¬†versenden zu k√∂nnen, sondern dies auch organisatorisch und prozessual¬†umgesetzt haben.¬†Dieser vorgesehene¬†Zeitplan ist f√ľr die¬†Kliniken¬†de facto nur mit gro√üem Einsatz zu schaffen.¬†¬†

In der Beratung erleben wir, dass, selbst wenn TI/KIM bereits angeschlossen ist, weder Dokumente aus der ePA gelesen, noch in die ePA geschrieben werden können oder via KIM versendet werden können. Dies liegt oft daran, dass das KIS noch nicht um die nötigen Funktionalitäten erweitert oder die internen Prozesse noch nicht angepasst wurden.  

TI ist teilweise Voraussetzung f√ľr KZHG-F√∂rderung

Der Zusammenhang zwischen dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) und der TI ist manchen Klinikverantwortlichen noch nicht bekannt. Das KZHG hat zum Ziel,¬†das¬†Digitalisierungsniveau¬†in den Kliniken anzuheben¬†und die technische Ausstattung¬†zu verbessern. Hier soll einerseits¬†die Binnendigitalisierung der Krankenh√§user¬†und andererseits¬†die¬†sektoren√ľbergreifende Verkn√ľpfung von vor- und nachgelagerten Leistungserbringern verbessert werden ‚Äď mit der TI als Basisdienst.¬†F√ľr KHZG-Antr√§ge nach den F√∂rdertatbest√§nden 2-6¬†und¬†9, also beispielsweise f√ľr die Einf√ľhrung eines Patientenportals oder einer digitalen Dokumentation, ist¬†daher¬†die TI eine Pflicht-Voraussetzung. Also ist auch hier dringend geraten, sich zuerst mit der TI aus technischer und prozessualer Sicht¬†zu besch√§ftigen.¬†¬†

Wir beraten Kliniken rund um die Einf√ľhrung von TI/KIM und dem KHZG gemeinsam mit dem Unternehmen Digitales Gesundheitswesen. Auch dort finden Sie detaillierte und aktuelle Informationsmaterialien sowie Schulungen f√ľr Kliniken und Praxen. Hilfreich ist u.a. die √úbersicht der PVS-Hersteller zum Entwicklungsstand der TI-Anwendungen.¬†¬†