KIM und der elektronische Heilberufsausweis – Fragen und Antworten

KIM, eHBA G2, eAU, SMC-B, QES … Der Abkürzungsdschungel macht den Einstieg in die Digitalisierung für Leistungserbringer im Medizinwesen nicht gerade smarter. Wie hängen insbesondere die neue „Kommunikation im Medizinwesen“ (KIM) und der elektronische Heilberufsausweis (eHBAzusammen? Wir haben die häufigsten Fragen, die an unser KIM-Supportteam gestellt werden, beantwortet.

Wie unterscheiden sich HBA, eHBAeHBA G2 und eArztausweis?
Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) ist eine personenbezogene Chipkarte im Scheckkartenformat, mit der sich Angehörige von Heilberufen im deutschen Gesundheitswesen identifizieren und Dokumente signieren. Je nach Beruf werden unterschiedliche Heilberufsausweise erstellt. Es gibt den eApothekerausweiseArztausweiseZahnarztausweis und den ePsychotherapeutenausweisUnter diesen verfügt der eArztausweis über die umfassendsten Zugriffsrechte. Mit den Begriffen eArztausweis und eHBA ist implizit der eHBA G2 gemeint. Das ist der elekronische Heilberufsausweis der zweiten Generation, der seit 2020 für fast alle Berufsgruppen bestellbar ist. Alle Anwendungen innerhalb der Telematikinfrastruktur, wie der KIM-Dienst, lassen sich nur mit dem eHBA G2 signieren.

Informationen und Details zum Bestellen des eHBA

Informationen zum eArztausweis

Was muss ich mit dem eHBA signieren
Über den eHBA erfolgt eine qualifizierte elektronische Signatur (QES). Mit ihr lassen sich Dokumente im Medizinwesen digital rechtssicher unterschreibenDiese elektronische Signatur ist der eigenhändigen Unterschrift rechtlich gleichgestellt. Mit ihr müssen folgende Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI) signiert werden: elektronischer Arztbrief (eArztbrief)elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), elektronisches Rezept (E-Rezept). 

Welche Daten lassen sich mit dem eHBA lesen?
Ein eHBA ist zudem auch notwendig, wenn Ärzte und Psychotherapeuten medizinische Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte von Patienten lesen wollen, wie zum Beispiel den Notfalldatensatz oder den elektronischen Medikationsplan. 

Benötige ich den eHBA für den Versand von eArztbriefen
Pro Jahr fallen etwa 150 Millionen Arztbriefe an. Der eHBA ist schon heute erforderlich, um diese Dokumente als eArztbriefe digital zu unterschreibenMomentan kann der Versand noch über ein PVS oder andere Systeme erfolgen. Ab dem 1. April 2021 darf der Versand ausschließlich über einen KIM-Dienst erfolgen. Dazu muss jeder eArztbrief über den eHBA rechtsverbindlich signiert werden 

Kann ich über KIM auch ohne den eHBA Dokumente versenden?
Ja, über KIM können ohne den eHBA sichere Mails versendet werden, an die auch Dokumente angehängt werden können. 

Benötige ich die eHBA zum Versand der eAU?
Die elektronische Arbeitsunfähigkeitbescheinigung (eAU) muss qualifiziert elektronisch signiert werden. Für die sogenannte QES benötigt man einen eHBA. Ab dem 1. Oktober 2021 sind alle Arztpraxen verpflichtet, die eAU über einen KIM-Dienst an die Krankenkassen zu senden.  

Welche Fristen gibt es zur Nutzung von KIM und dem eHBA?
In 2021 sind folgende Fristen wichtig: 

  • Ab 01.04.2021: Der Versand von eArztbriefen darf ausschließlich über einen KIM-Dienst erfolgen, signiert über den eHBA. 
  • Ab 01.10.2021: Alle Arztpraxen sind verpflichtet, die eAU über einen KIM-Dienst an die Krankenkassen zu senden.  

TI 2.0: Was plant die Gematik? 
Die Gematik hat in einem Whitepaper vom Januar 2021 vorgestellt, wie die Architektur der Telematikinfrastruktur künftig aussehen soll. Ab 2025 oder auch früher sollen Smartcards als Identitätsträger und Authentifizierungsmittel, wie der eHBA und die SMC, abgeschafft werden. Stattdessen soll die Authentifikation der Leistungserbringer über sogenannte Identity Provider erreicht werden. Dazu zählen Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen.

Whitepaper der Gematik

Alle Antworten in diesem Beitrag haben wir bestmöglich recherchiert, übernehmen für die Richtigkeit aber keine Gewähr.