HSM-B: Schnellere Prozesse ohne SMC-B-Karte – ein Meilenstein für die TI
Janos Frank
Telematikinfrastruktur
Beratung
Von Janos Frank
Geupdated am 14.10.2026
Auf einen Blick:
Schneller TI-Zugang: Die digitale HSM-B ersetzt die physische SMC-B und ermöglicht eine Bereitstellung ohne wochenlange Lieferzeiten.
Keine Vor-Ort-Installation: Kartenterminal, Karteneinbau und technische Vor-Ort-Termine entfallen.
Einfacher Bestellprozess: Nach der Online-Authentifizierung und Eingabe des per Post zugesandten Aktivierungscodes kann die TI-Anbindung über HSM-B online abgeschlossen werden.
Ideal bei Kartenwechseln: Bei Praxisübernahmen, Inhaberwechseln oder ablaufenden Karten verkürzt HSM-B den Prozess und unterstützt einen unterbrechungsfreien TI-Zugang.
Das lange Warten auf die neue SMC-B kennen fast alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen. Die physische Karte kann jetzt durch das digitale HSM-B-Verfahren ersetzt werden. Die Karten-Hersteller D-Trust und medisign bieten diese Option direkt bei der Bestellung an. Der Vorteil: Statt wochenlanger Lieferzeiten kann die rein digitale Karte in einem dafür eingerichteten TI-Gateway direkt online bereitgestellt werden. HSM-B bietet noch weitere Vorteile, sodass Praxen, Pflegeeinrichtungen, Heil- und Hilfsmittelerbringer sowie mobile Berufsgruppen spürbar entlastet werden.
Bestellprozess für physische SMC-B dauert lange
Für eine SMC-B musste man sich bisher durch einen komplexen Bestell- und Zustellprozess quälen: Post-Ident, Versand, Einbau ins Kartenterminal und manuelle Freischaltung. Dieser Ablauf dauerte oft sechs Wochen oder länger und führte häufig zu Verzögerungen bei der TI-Anbindung. Besonders kritisch war das bei Praxisübernahmen, auslaufenden Kartenlaufzeiten oder neuen Berufsgruppen in der TI.
Was bedeutet digitale SMC-B (HSM-B)?
Die digitale SMC-B bedeutet eine Verlagerung der gleichen Funktion in einen sicheren HSM-Speicher. HSM steht für „Hardware Security Module“. Das ist ein gesicherter Kryptoprozessor, der Schlüsselmaterial erzeugt, speichert und verarbeitet – vollständig abgeschottet vom restlichen System. Daher sprechen viele statt von SMC-B nun von HSM-B. Das „B“ in der Abkürzung steht dabei weiterhin für „Betriebsstätte“. Mit HSM-B bleibt die Identität der Einrichtung identisch – nur die physische Karte entfällt. Das AKQUINET TI-Gateway ist schon heute in der Lage, die HSM-B direkt zu verarbeiten und den TI-Service dann sofort bereitzustellen.
Wie funktioniert die Bestellung der HSM-B?
Zunächst muss der Leistungserbringer, also die Apotheke, Klinik oder Arztpraxis, den TI-Zugang über ein TI-Gateway beziehen. Bei der Bestellung beim Karten-Hersteller muss der TI-Gateway-Anbieter als „HSM-Empfänger“ ausgewählt werden. Achtung, aktuell sind noch nicht alle TI-Gateways HSM-fähig (Stand 10/2026).
Als nächstes muss man sich als Leistungserbringer gegenüber dem Vertrauensdiensteanbieter authentifizieren. Hierfür gibt es drei Möglichkeiten:
- die Ausweis-Onlinefunktion
- den Online-Prüfdienst, bei den man sich mit dem Personalausweis im Video zeigt
- das Post-Ident-Verfahren
Ganz am Ende des Prozesses gibt es einen weiteren Prüfmechanismus: Der Vertrauensdiensteanbieter sendet einen Aktivierungscode per Post zu, der im Portal des TI-Gateway eingegeben werden muss. Im Idealfall ist die TI-Anbindung über HSM-B also online mit nur einem Gang zum Briefkasten vollständig abgeschlossen.
Mit HSM-B entfallen Wartezeiten und Vor-Ort-Installationen
Das digitale Verfahren ermöglicht es, SMC-B-Zugangsdaten direkt an einen TI-Gateway-Anbieter wie AKQUINET zu übertragen. Die Karte muss nicht mehr ausgeliefert oder vor Ort gesteckt werden. Damit funktioniert der TI-Zugang direkt ohne Wartezeit. Technische Einweisungen oder Vor-Ort-Installationen entfallen, da alle Schritte für den TI-Zugang komplett remote erfolgen.
Mobiles Arbeiten und neue Gesundheitsberufe
Viele Berufsgruppen nutzen heute ausschließlich digitale TI-Anwendungen wie ePA oder KIM. Für Hebammen, Pflegekräfte oder Reha-Einrichtungen war das physische Kartenterminal bisher eine große Hürde: technisch wie auch preislich. Mit der HSM-B müssen viele Berufsgruppen das physische Kartenterminal nun nicht mehr bestellen, wodurch die Kosten für die Hardware entfallen.
Relevanz für bestehende Einrichtungen
Das HSM-B-Verfahren ist besonders für alle Einrichtungen relevant, die ihre SMC-B in absehbarer Zeit tauschen müssen. Auch bei jedem Wechsel von Kassensitzen oder Praxisinhaber*innen muss oft kurzfristig eine neue SMC-B ausgestellt werden. Das Verfahren über HSM-B verkürzt diesen Prozess massiv und sorgt dafür, dass die TI-Anbindung nicht erneut zum Flaschenhals wird. Damit ist dies auch für Kliniken oder Apotheken, die von einem 24/7-laufenden TI-Zugang besonders abhängig sind, ein entscheidender Stabilitätsfaktor.
Sie möchten HSM-B in Verbindung mit dem TI-Gateway von AKQUINET nutzen? Sprechen Sie uns an! Wir beraten Sie gerne.
Ihr Ansprechpartner
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