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KIM unter der Lupe: Vier Mythen über die Kommunikation im Medizinwesen

AKQUINET Ansprechpartner - Thomas Ultsch

Thomas Ultsch

Beratung

KIM (Kommunikation im Medizinwesen) gehört in vielen Gesundheitseinrichtungen seit Jahren zum Praxisalltag. Der Fachdienst zum sicheren Mailen innerhalb der Telematikinfrastruktur (TI) ist verpflichtend für einen Großteil der Leistungserbringer. Trotz der intensiven Nutzung gibt es oft Missverständnisse, wozu KIM da ist und was der Fachdienst kann: Viele verbinden den KIM-Dienst ausschließlich mit der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), halten die Nutzung für kompliziert oder sehen keinen Mehrwert gegenüber dem Fax. Doch was stimmt wirklich? Wir räumen mit den häufigsten Mythen auf und zeigen, welche Möglichkeiten der Dienst tatsächlich bietet.

 

Mythos 1: KIM wird nur für den Versand von eAUs verwendet

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ist sicherlich eine der bekanntesten Anwendungen von KIM – aber längst nicht die einzige. Der KIM-Dienst ist ein sicherer, verschlüsselter Kommunikationsdienst innerhalb der Telematikinfrastruktur und ermöglicht den Austausch medizinischer Informationen zwischen berechtigten Akteuren im Gesundheitswesen wie beispielsweise Arztpraxen, Krankenhäusern, Apotheken, Pflegeeinrichtungen und vielen mehr.

Mit KIM können Leistungserbringer Nachrichten und Dokumente genauso einfach versenden wie mit anderen E-Mail-Programmen außerhalb der TI – allerdings über einen besonders geschützten Kommunikationsweg.

Typische Einsatzmöglichkeiten sind:

  • KIM-Nachrichten: Kommunikation zwischen Arztpraxen, Apotheken, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern oder weiteren Leistungserbringern – beispielsweise für Rückfragen, Abstimmungen oder den Austausch von Informationen.
  • Sicherer Dokumentenversand: Übermittlung medizinischer Dokumente wie Befunde, eArztbriefe, Verordnungen oder Heil- und Kostenpläne.

Dank der Verzeichnisdienstsuche, die in der Regel im Primärsystem oder dem Mailprogramm integriert ist, können alle registrierten KIM-Adressen einfach gefunden werden. Eine aufwendige Suche nach Kontaktdaten entfällt damit.

 

Mythos 2: KIM kann nur im Primärsystem genutzt werden

Viele gehen davon aus, dass KIM ausschließlich im Primärsystem genutzt werden kann. Tatsächlich ist die Integration in das Primärsystem eine wichtige Möglichkeit, denn dadurch können Nachrichten und Dokumente direkt aus dem gewohnten Arbeitsablauf heraus versendet und empfangen werden.
KIM ist jedoch nicht ausschließlich daran gebunden. Der Dienst kann auch unabhängig vom PVS über Mail-Programme genutzt werden, die die gängigen Protokolle POP3 und SMTP unterstützen. Beispiele hierfür sind klassische Mail-Programme wie Thunderbird oder der AKQUINET eigene KIM-Mailer.

Der KIM-Mailer sieht auf den ersten Blick aus wie ein gewöhnliches browserbasiertes E-Mail-Programm. Nutzerinnen und Nutzer können Nachrichten schreiben, Anhänge versenden und eingehende Kommunikation verwalten – mit dem Unterschied, dass die Übertragung über den sicheren Kommunikationsdienst der Telematikinfrastruktur erfolgt.

 

Mythos 3: KIM ist kompliziert

Die Vorstellung, dass KIM kompliziert sei, entsteht häufig durch die technischen Hintergründe des Dienstes. Verschlüsselung, Zertifikate und die Anbindung an die Telematikinfrastruktur klingen zunächst nach einer großen Hürde.
Für Anwenderinnen und Anwender ist die tägliche Nutzung jedoch deutlich einfacher: Wer mit E-Mail-Programmen arbeitet, findet sich auch in KIM schnell zurecht. Nachrichten werden erstellt, Empfänger ausgewählt und Anhänge hinzugefügt – ähnlich wie bei einer herkömmlichen E-Mail.
Der entscheidende Unterschied liegt im Hintergrund: Während bei einer normalen E-Mail nicht garantiert werden kann, dass sensible medizinische Daten ausreichend geschützt übertragen werden, sorgt KIM für eine sichere Kommunikation zwischen berechtigten Teilnehmern des Gesundheitswesens.

 

Mythos 4: Fax ist unkomplizierter

Das Fax ist in vielen Einrichtungen noch immer ein vertrautes Kommunikationsmittel. Es funktioniert seit Jahrzehnten und wirkt auf den ersten Blick unkompliziert. Allerdings entspricht es nicht mehr den Anforderungen an eine moderne, sichere und digitale Kommunikation im Gesundheitswesen.
Beim Faxversand besteht beispielsweise das Risiko, dass sensible Informationen an falsche Empfänger gelangen oder nicht eindeutig nachvollziehbar ist, wer Zugriff auf die übermittelten Daten hatte. Werden Dokumente ausschließlich in Papierform aufbewahrt, sind sie zudem anfälliger für Risiken wie Einbruch, Diebstahl, Brand oder Wasserschäden.
KIM bietet hier einen deutlich höheren Schutz: Die Kommunikation erfolgt digital, verschlüsselt und ausschließlich zwischen registrierten Teilnehmern. Darüber hinaus wird der Einsatz von Fax im Gesundheitswesen perspektivisch weiter eingeschränkt. Mit dem Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) und der zunehmenden Digitalisierung der Prozesse soll die Nutzung sicherer digitaler Kommunikationswege gestärkt und der Versand medizinischer Dokumente via Fax perspektivisch untersagt werden.
KIM bietet damit nicht nur eine sichere Alternative zum Fax, sondern wird dieses langfristig ablösen.

 

KIM als Mehrwert

KIM ist mehr als ein Werkzeug für den Versand von eAUs. Der Dienst bietet Leistungserbringern eine sichere Möglichkeit, medizinische Informationen digital auszutauschen und Kommunikationswege zu vereinfachen. Viele Vorbehalte entstehen vor allem durch fehlende Erfahrung mit dem Dienst – wer KIM einmal im Alltag nutzt, stellt häufig fest: Die digitale Kommunikation im Gesundheitswesen kann einfacher sein als gedacht.

 

Einblick in den Praxisalltag mit TI und KIM: In diesem Blogbeitrag

 

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