Sie sind hier:

HSM-B erklärt: So funktioniert die kartenlose TI-Anbindung

AKQUINET Ansprechpartner - Janos Frank

Janos Frank

Telematikinfrastruktur

Beratung

Auf einen Blick:

Keine physische SMC-B mehr: Die digitale Institutionsidentität übernimmt die Funktion der bisherigen SMC-B-Karte. Eine physische Karte muss weder bestellt noch ausgetauscht werden.

Schneller in die TI: Online-Prozesse und kurze Versandwege für den Aktivierungscode beschleunigen die TI-Anbindung gegenüber dem bisherigen Verfahren.

Mehr Komfort im Praxisalltag: Die HSM-B ermöglicht eine durchgängige Authentifizierung. Manuelle PIN-Eingaben der SMC-B im laufenden Betrieb entfallen.

Für immer mehr Berufsgruppen verfügbar: Zahlreiche Leistungserbringer können HSM-B bereits nutzen. Das Ziel ist eine kartenlose TI-Anbindung für alle Berufsgruppen.

 

Mit der HSM-B-Anbindung wird der Weg in Richtung einer vollständig digitalen und komfortablen TI-Anbindung geebnet. Statt einer physischen SMC-B-Karte kann künftig eine digitale Institutionsidentität die Authentifizierung der Leistungserbringer übernehmen. Das spart Zeit, vereinfacht Prozesse und macht die TI-Anbindung deutlich flexibler.
Doch wie funktioniert die Technologie dahinter? Welche Vorteile bietet HSM-B im Praxisalltag, für wen ist der Umstieg bereits möglich und wie einfach lässt sich die Anbindung umsetzen?
Wir haben mit Janos Frank, TI-Gateway-Experte bei AKQUINET, gesprochen. Im Interview erklärt er, was hinter HSM-B steckt, wie sich die neue Technologie auf die TI-Anbindung auswirkt und warum Leistungserbringer künftig auf eine physische Institutionskarte verzichten können

 

Hallo Janos, du freust dich sicher, dass die TI-Anbindung über HSM-B nun Fahrt aufnimmt?

Ja, tatsächlich schlägt mein IT-Herz höher, weil die Technologie einfach gut ist. Mit HSM-B wird ein weiterer Prozess digitalisiert. Kein lokaler Konnektor und keine physische Institutionskarte mehr erforderlich- das ist die Richtung, in die die Telematikinfrastruktur mit der TI 2.0 nun deutlich schneller geht. Wir profitieren als Anbieter von dem vereinfachten Verfahren und auch unsere Kunden sind jedes Mal begeistert, wie komfortabel die HSM-B-Anbindung ist.  

 

Was bedeutet eigentlich HSM-B?  

Beim TI-Gateway übernimmt ein Highspeed-Konnektor im Rechenzentrum die Konnektorfunktionen. Sein Hardware-Sicherheitsmodul, kurz HSM, schützt die kryptografischen Schlüssel der Einrichtung und führt die erforderlichen kryptografischen Operationen aus. Die darauf basierende Institutionsidentität wird als HSM-B bezeichnet und übernimmt die Funktion der bisherigen SMC-B-Karte. Der Vertrauensdiensteanbieter stellt die zugehörigen Zertifikate aus. Das Zugangsmodul des TI-Gateways koordiniert deren Bereitstellung und die Zuordnung zur Kundenumgebung.  
Die digitale SMC-B bedeutet eine Verlagerung der gleichen Funktion in einen sicheren HSM-Speicher. HSM steht für „Hardware Security Module“. Viele sprechen statt von SMC-B nun von HSM-B. Das „B“ in beiden Abkürzungen steht für „Betriebsstätte“. Mit HSM-B bleibt die Identität der Einrichtung identisch – nur die physische Karte entfällt.  

 

Was sind die größten Vorteile von HSM-B?

In der Anbindung ist das Tempo ein zentraler Vorteil für die Leistungserbringer. Das Warten auf Briefe mit der physischen Karte, PIN oder PUK, ist damit endlich vorbei. Und auch im Praxisalltag bietet die HSM-B viele Vorteile. Denn die SMC-B ist eigentlich für jeden Prozess erforderlich, von der Patientenaufnahme bis zur ePA. Wenn die SMC-B nicht aktiv ist, weil zum Beispiel nach einem Internetausfall PIN und PUK falsch eingegeben wurden, läuft fast nichts mehr in einer Praxis. Hier ist HSM-B ein großer Vorteil, weil sie durchgängig legitimiert ist. Nach Wiederherstellung der Verbindung ist im regulären Betrieb keine erneute manuelle SMC-B-PIN-Eingabe erforderlich.

 

Für welche Leistungserbringer ist die HSM-B-Anbindung interessant?

Vorteile bietet die HSM-B-Anbindung für alle Leistungserbringer. Aber besonders interessant ist sie für alle Praxen und Einrichtungen, deren SMC-B demnächst ausläuft. Und auch für alle, die sich erstmals an die TI anbinden, lohnt sich das HSM-B-Verfahren – besonders, wenn ein eHealth-Kartenterminal nicht zwingend erforderlich ist wie z.B. bei Leistungserbringern wie Hebammen oder Reha-Einrichtungen.  

 

Kann ich SMC-B und HSM-B auch parallel nutzen?

Ja, beide Anbindungen sind unabhängig voneinander. Natürlich reicht im Betrieb eine Anbindung völlig aus. Aber die Unabhängigkeit macht den Wechsel von SMC-B auf HSM-B noch entspannter. Denn notfalls läuft die SMC-B noch zwei Monate weiter.  

 

Welche Berufsgruppen können sich aktuell bereits über HSM-B an die TI anschließen?

Vorweg: Das Ziel ist, dass sich alle Berufsgruppen kartenlos über HSM-B an die TI anschließen können. Aktuell haben noch nicht alle Vertretungen der Berufsgruppen, wie Verbände oder Kammern, HSM-B zur Nutzung freigegeben. Seit Juli 2026 können sich viele Leistungserbringer kartenlos anbinden. Dazu gehören Zahnarztpraxen, Pflegeeinrichtungen und -dienste, freiberufliche Hebammen, Heil- und Hilfsmittelerbringer und auch die Gesundheitsämter. Und seit dem 1. Oktober 2026 können sich auch Krankenhäuser, Krankenhaus-Apotheken und Privatkliniken über HSM-B anschließen.

 

Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen der Anbindung über HSM-B und SMC-B?

Der sichtbare Unterschied ist, dass für HSM-B keine physische Karte bestellt werden muss. Da sie nicht vorhanden ist, kann sie nicht verloren gehen und muss nicht ausgetauscht werden. Die Anbindung verläuft etwas anders: Bei HSM-B muss zuerst ein TI-Gateway-Anbieter ausgewählt sein, damit HSM-B bestellt werden kann. Bei SMC-B gab es diese Abhängigkeit nicht. Man konnte zuerst die Karte bestellen und dann überlegen, welchen TI-Gateway-Anbieter man auswählt.  

 

Was steckt technologisch hinter der Anbindung über HSM-B?

Die Basis ist ein Kryptoserver, wie er seit vielen Jahren auch in Banken und Versicherungen im Einsatz ist. Hinzu kommt nun ein Zugangsmodul als steuernde Einheit. Der Kryptoserver und das Zugangsmodul werden an das TI-Gateway angeschlossen. Das Zugangsmodul bringt so den Vertrauensdiensteanbieter und den Leistungserbringer über das TI-Gateway zusammen. Im Gesundheitssektor kommt diese Technologie bereits seit fünf Jahren für den Basis Consumer zum Einsatz. Nun wird sie auf alle Leistungserbringer-Gruppen ausgeweitet.  

 

Wer tritt als Vertrauensdiensteanbieter für HSM-B auf?

Bei HSM-B stellen dieselben Vertrauensdiensteanbieter die digitale Institutionsidentität aus, die auch die klassische SMC-B-Karte herausgeben: Das sind D-Trust aus der Bundesdruckerei-Gruppe und medisign. Wir als AKQUINET bieten die HSMB-Anbindung über beide Vertrauensdiensteanbieter an.

 

Kann ich über HSM-B wirklich alle Prozesse der TI-Anbindung online machen?

Es ist nahezu alles online möglich. Knackpunkt sind hier die erforderlichen Authentifizierungen, die selbstverständlich ein sehr hohes Sicherheitsniveau haben müssen. Zu Beginn muss ich mich als Leistungserbringer beim Vertrauensdiensteanbieter legitimieren. Es gibt hierfür drei Möglichkeiten: 1. die Ausweis-Onlinefunktion, 2. den Online-Prüfdienst, bei dem man sich mit dem Personalausweis im Video zeigt, oder 3. das Post-Ident-Verfahren. Hierfür muss man zu einer Post-Filiale gehen. Wichtig: Diese personengebundene Authentifizierung muss die Geschäftsleitung der Einrichtung machen, sie kann nicht durch andere Personen erledigt werden. Ganz am Ende des Prozesses gibt es einen weiteren Prüfmechanismus: Der Vertrauensdiensteanbieter sendet einen Aktivierungscode per Post zu, der im Portal des TI-Gateway eingegeben werden muss. Im Idealfall ist die TI-Anbindung über HSM-B also online mit nur einem Gang zum Briefkasten vollständig abgeschlossen.

 

Wie sehr beschleunigt sich die TI-Anbindung über HSM-B?

Die Online-Prozesse der Anbindung sind ohne Wartezeiten möglich. Auch der Aktivierungscode des Vertrauensdiensteanbieters trifft meist innerhalb von ein bis zwei Tagen ein. Die TI-Anbindung mit HSM-B wird gegenüber dem Warten auf die SMC-B um Wochen beschleunigt.  

Ihr Ansprechpartner

AKQUINET Ansprechpartner - Janos Frank

Janos Frank

Telematikinfrastruktur

Beratung

Ganz einfach zu erreichen

Wir freuen uns auf Ihren Kontakt!

Anrede*
Bitte treffen Sie eine Auswahl.
Bitte treffen Sie eine Auswahl.
Bitte treffen Sie eine Auswahl.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte klicken Sie dieses Kästchen an, wenn Sie fortfahren möchten.

Weitere Blogbeiträge

Verwandte Artikel