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TI 2.0 im Fokus: Die nächste Generation der Telematikinfrastruktur

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Janos Frank

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Mit der TI 2.0 wird die Telematikinfrastruktur schrittweise weiterentwickelt: Die bisher stark hardwareorientierte Infrastruktur soll künftig flexibler, serviceorientierter und stärker auf internetbasierte Anwendungen ausgerichtet werden. Ziel ist es, digitale Anwendungen im Gesundheitswesen einfacher bereitzustellen, sicherer zu betreiben und besser an zukünftige Anforderungen anzupassen.

Doch was genau steckt hinter Begriffen wie digitalen Identitäten, Zero Trust oder VSDM 2.0? In unserer Blogreihe TI 2.0 im Fokus geben wir in diesem Beitrag zunächst einen Überblick über die zentralen Entwicklungen der TI 2.0 und beleuchten in den nächsten Wochen einzelne Komponenten und Konzepte im Detail.

 

Weniger Hardware, stärker zentralisierte Dienste

Der Zugang zur bisherigen TI war lange eng an lokale Hardware wie Konnektoren und Kartenterminals gebunden. Wartung, Updates und Störungen mussten häufig direkt vor Ort bearbeitet werden. Mit der TI 2.0 verschiebt sich dieser Ansatz zunehmend: Softwarebasierte Komponenten und zentrale TI-Gateway-Lösungen übernehmen schrittweise Funktionen, die bislang lokal in den Einrichtungen betrieben wurden.

TI-Gateways werden bereits heute von vielen Leistungserbringenden eingesetzt und ermöglichen einen zentraleren Betrieb der TI-Anbindung. Dadurch lassen sich Updates, Sicherheitsmaßnahmen und Erweiterungen gebündelt umsetzen. Gleichzeitig wird die Infrastruktur einheitlicher administrierbar und besser skalierbar, da zentrale Dienste gezielt überwacht und weiterentwickelt werden können. Physische Komponenten wie Kartenterminals bleiben dabei zunächst weiterhin Bestandteil vieler Einrichtungen.

 

Digitale Identitäten statt physischer Karten

Ein weiterer zentraler Baustein der TI 2.0 ist der Ausbau digitaler Identitäten. Künftig sollen sowohl Versicherte als auch Leistungserbringende digitale Identitäten nutzen können, die von zugelassenen Anbietern bereitgestellt werden und flexibler als bisherige kartengebundene Verfahren einsetzbar sind.
Für Versicherte ermöglicht die GesundheitsID beispielsweise den direkten Zugriff auf Anwendungen wie die elektronische Patientenakte oder das E-Rezept über das Smartphone – ohne zwingend auf die physische Gesundheitskarte angewiesen zu sein. Auch Leistungserbringende sollen sich künftig stärker digital authentifizieren können, um TI-Anwendungen standortunabhängig zu nutzen, medizinische Dokumente qualifiziert elektronisch zu signieren oder E-Rezepte auszustellen.
In diesem Zusammenhang spielt auch das Verfahren PoPP („Proof of Patient Presence“) eine wichtige Rolle. Es dient als digitaler Nachweis eines konkreten Behandlungskontexts und soll künftig flexiblere Versorgungsszenarien ermöglichen – etwa in telemedizinischen Anwendungen oder bei mobilen Einsätzen außerhalb klassischer Praxisstrukturen. Langfristig sollen Versicherte dadurch verstärkt digitale Identitätsverfahren nutzen können, ohne ausschließlich auf die physische Gesundheitskarte angewiesen zu sein.
Ziel ist es, durchgängige digitale Prozesse zu ermöglichen und hohe Sicherheitsanforderungen, etwa durch Mehrfaktor-Authentifizierung, einzuhalten. Gleichzeitig ermöglichen die digitalen Identitäten die Nutzung der TI über das Internet.

 

VSDM 2.0 als Weiterentwicklung bestehender Prozesse

Auch bestehende TI-Verfahren werden im Zuge der TI 2.0 weiterentwickelt. Dazu gehört unter anderem das Versichertenstammdaten-Management 2.0 (VSDM 2.0), das die bisherigen Prozesse rund um den Versichertenstammdatenabgleich modernisieren soll. Ziel ist es, Versicherungsnachweise künftig flexibler und stärker digital unterstützt prüfen zu können – auch außerhalb klassischer, kartengebundener Abläufe. Damit fügt sich VSDM 2.0 in die Weiterentwicklung hin zu einer stärker vernetzten und serviceorientierten TI ein.

 

Zero Trust als Sicherheitsprinzip

Sicherheit bleibt ein zentrales Leitmotiv der TI 2.0. Der neue Ansatz orientiert sich am sogenannten Zero-Trust-Prinzip: Zugriffe auf TI-Dienste werden nicht grundsätzlich als vertrauenswürdig eingestuft, sondern bei jeder Anfrage erneut überprüft und authentifiziert. Dabei werden sowohl die Identität der Nutzenden als auch deren Berechtigungen kontinuierlich verifiziert.
Dieses Prinzip soll dazu beitragen, den Schutz sensibler Gesundheitsdaten auch in einer flexibleren und stärker verteilten Architektur sicherzustellen.

 

Zeitplan der Einführung für die TI 2.0

Die Weiterentwicklung zur TI 2.0 erfolgt schrittweise im Rahmen eines mehrjährigen Transformationsprozesses. Einzelne Komponenten wie TI-Gateways werden bereits produktiv eingesetzt, während weitere Bausteine sukzessive eingeführt werden. Viele Elemente der TI 2.0 befinden sich derzeit noch im Aufbau oder in Pilotphasen.

 

Im nächsten Teil unserer Blogreihe TI 2.0 im Fokus werfen wir einen genaueren Blick auf PoPP („Proof of Patient Presence“). Dabei geht es um die Frage, welche konkreten Veränderungen das Verfahren für den Praxisalltag, telemedizinische Szenarien und den Zugang zu TI-Anwendungen mit sich bringt.

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