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TI 2.0 im Fokus: Warum das Stammdatenmanagement künftig einfacher, mobiler und zukunftssicherer wird

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Janos Frank

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Wenn sich die Stammdaten eines Patienten ändern, müssen diese Informationen zuverlässig und aktuell in den Systemen von Arztpraxen vorliegen. Bisher übernimmt das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) diese Aufgabe über die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Mit VSDM 2.0 steht nun eine grundlegende Weiterentwicklung bevor: Die Versichertendaten werden künftig direkt bei den Krankenkassen abgerufen. Das soll Prozesse vereinfachen, neue digitale Versorgungsszenarien ermöglichen und die Grundlage für die nächste Generation der Telematikinfrastruktur schaffen. Doch was genau ändert sich eigentlich?  

 

Was ist VSDM überhaupt?

Das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) gehört zu den ersten Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI). Seine Aufgabe ist es, die Versichertendaten gesetzlich Krankenversicherter aktuell zu halten und die Leistungsberechtigung zu prüfen. Zu diesen Daten gehören unter anderem:

  • Name und Geburtsdatum  
  • Adresse  
  • Krankenversicherung  
  • Angaben zum Versicherungsschutz und zur Kostenerstattung  

Bislang erfolgt dieser Abgleich über die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Beim ersten Patientenkontakt eines Quartals wird die Karte eingelesen, die Daten werden mit der Krankenkasse abgeglichen und bei Bedarf auf der Karte aktualisiert. Dieser Vorgang ist für Praxen verpflichtend.

 

Warum braucht es VSDM 2.0?

Das bisherige Verfahren funktioniert zuverlässig, stößt jedoch zunehmend an seine Grenzen. Die Gesundheitsversorgung wird mobiler, digitale Identitäten gewinnen an Bedeutung und moderne Anwendungen benötigen flexiblere Schnittstellen.
Genau hier setzt VSDM 2.0 an. Statt die Daten von der Gesundheitskarte auszulesen, werden die aktuellen Versichertendaten künftig direkt bei der jeweiligen Krankenkasse abgerufen. Die eGK wird damit nicht mehr zur zentralen Datenquelle.  

 

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

1. Direkter Datenabruf statt Kartenabgleich

Bei VSDM 2.0 liegen die relevanten Versichertendaten nicht mehr auf der eGK, sondern werden direkt über die Fachdienste der Krankenkassen bereitgestellt. Dadurch stehen immer die aktuellsten Informationen zur Verfügung. Änderungen wie ein Umzug müssen nicht mehr erst auf die Karte geschrieben werden.

2. Unterstützung der Gesundheits-ID

Patientinnen und Patienten können sich künftig nicht nur mit ihrer Gesundheitskarte, sondern auch mit einer digitalen Gesundheits-ID authentifizieren. Das eröffnet neue Möglichkeiten für digitale und mobile Versorgungsszenarien.  

3. Mobile Nutzung wird einfacher

Ein wesentlicher Vorteil von VSDM 2.0 ist die Unterstützung mobiler Arbeitsweisen. Die Versichertendaten können künftig auch außerhalb klassischer Praxisumgebungen abgerufen werden – beispielsweise bei Hausbesuchen, in der ambulanten Pflege oder in mobilen Behandlungssituationen.  

4. Moderne TI-2.0-Architektur

VSDM 2.0 wird auf der neuen TI-2.0-Architektur basieren. Diese folgt einem sogenannten Zero-Trust-Ansatz, bei dem jede Anfrage und jeder Zugriff explizit geprüft wird. Dadurch sollen Sicherheit, Flexibilität und Skalierbarkeit verbessert werden.  

 

Von der eGK zum FHIR-Bundle

Für das Praxispersonal ändert sich am Bildschirm kaum etwas. Technisch betrachtet verändert sich allerdings der gesamte Datenfluss. Während bisher die eGK als Ausgangspunkt diente, erfolgt die Kommunikation künftig über Schnittstellen auf Basis des PoPP-Dienstes und internationalen FHIR-Standards (Fast Healthcare Interoperability Resources).


Das bedeutet vereinfacht gesagt:

  • Der Patient weist seine Identität nach – entweder über die eGK oder die Gesundheits-ID.  
  • Der PoPP-Dienst erzeugt einen kryptografischen Token, der den Versorgungsnachweis zwischen dem Patienten und Leistungserbringer liefert.
  • Das Primärsystem der Praxis schickt diesen Token an die Krankenkasse und fordert die aktuellen Versichertendaten an.  
  • Die Krankenkasse liefert die Informationen als standardisiertes FHIR-Bundle zurück.  
  • Das Praxisverwaltungssystem verarbeitet die Daten automatisch weiter.  

 

Praxisbeispiel: Hausarztpraxis

Schauen wir uns an, wie sich der Unterschied im Alltag bemerkbar macht.


Heute mit VSDM 1.0
Herr Schneider kommt zum ersten Mal im Quartal in die Hausarztpraxis Müller. Seine Gesundheitskarte wird eingelesen. Das Praxisverwaltungssystem startet den Online-Abgleich. Hat sich beispielsweise seine Adresse geändert, werden die Daten auf der Karte aktualisiert und anschließend ins System übernommen.


Morgen mit VSDM 2.0
Herr Schneider meldet sich vor seinem Termin über seine Gesundheits-ID an. Das Praxisverwaltungssystem ruft die aktuellen Versichertendaten direkt bei seiner Krankenkasse ab. Die Daten werden automatisch übernommen – ganz ohne Kartenaktualisierung.
Besonders interessant wird das für mobile Versorgungssituationen: Bei einem Hausbesuch kann die Ärztin die Daten unmittelbar abrufen, ohne auf ein Kartenterminal oder die physische Gesundheitskarte angewiesen zu sein.  
VSDM 2.0 ist weit mehr als ein technisches Update. Es löst die Abhängigkeit von der elektronischen Gesundheitskarte, ermöglicht den Einsatz digitaler Identitäten und schafft die Grundlage für mobile sowie moderne Versorgungsszenarien. Für Arztpraxen bedeutet das langfristig weniger Verwaltungsaufwand, aktuellere Daten und mehr Flexibilität. Geplant ist zunächst ein Parallelbetrieb von VSDM 1.0 und VSDM 2.0, damit ein kontrollierter Übergang erfolgen kann, bis VSDM 2.0 flächendeckend ausgerollt ist.  

 

Mehr Infos zu VSDM 2.0: Versichertenstammdaten-Management - fachportal.gematik.de

Technischer Hintergrund: VSDM 2.0 – Der neue Versichertenstammdaten-Flow von der eGK bis zum FHIR-Bundle – Spree-Blog

Mehr zum Thema PoPP: TI 2.0 im Fokus: Wie PoPP mobile Versorgung und digitale Sprechstunden unterstützt - ehealthblog.akquinet.de

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