Telematikinfrastruktur in der Pflege: Pflicht, Kosten & Lösung
Dan Lingenberg
Telematikinfrastruktur
Beratung
Von Dan Lingenberg
Telematikinfrastruktur in der Pflege: Pflicht, Frust und ein praktikabler Ausweg
Seit Juli 2025 ist die Telematikinfrastruktur (TI) für Pflegeeinrichtungen verpflichtend. Trotzdem haben viele Einrichtungen die TI-Anbindung in der Pflege bislang nicht umgesetzt. Zwar haben über 70% der Einrichtungen die SMC-B-Karte bestellt (Stand November 2025, s. Pflege | gematik), doch nur ein Teil davon ist auch tatsächlich im TI-Verzeichnisdienst gelistet. Die Gründe hierfür: Pflegeeinrichtungen sind unsicher bei den vielen technischen Fragen zur TI, sie erkennen den Nutzen nicht, haben Frust mit IT-Anbietern und wissen nicht sicher, ob und wie die Kosten refinanziert werden.
Dieser Beitrag ordnet ein, was die TI-Pflicht in der Pflege konkret bedeutet, welche Herausforderungen aktuell bestehen und wie eine verständliche, refinanzierte TI-Lösung für Pflegeeinrichtungen aussehen kann.
TI-Pflicht in der Pflege – was ist seit 2025 gesetzlich vorgeschrieben?
Mit Einführung der gesetzlichen Verpflichtung zur Telematikinfrastruktur in der Pflege müssen Pflegeeinrichtungen bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählen unter anderem:
- eine TI-Anbindung
- die SMC-B-Karte für Pflegeeinrichtungen
- eine KIM-Adresse für die sichere Kommunikation
Aktuell greifen keine Sanktionen, die ein Handeln erzwingen. Doch beginnend ab 2027 ist eine komplette elektronische Abrechnung über die TI vorgesehen und somit alternativlos Voraussetzung.
Warum viele Pflegeeinrichtungen die TI-Anbindung noch nicht umgesetzt haben
Warum zögern viele Pflegeeinrichtungen bei der TI? In der Praxis zeigen sich immer wieder dieselben Gründe:
- Fehlender wahrgenommener Mehrwert:
Die TI in der Pflege wird häufig als zusätzliche Pflicht wahrgenommen – nicht als echte Unterstützung im Alltag. - Unzufriedenheit mit dem aktuellen Pflegesoftware-Anbietern:
Viele Einrichtungen berichten von schlechter Erreichbarkeit, hohen Kosten und fehlenden Informationen und Auskünften. Gleichzeitig besteht oft der Wunsch, alles aus einer Hand zu beziehen – selbst wenn die Erfahrungen bisher negativ waren. - Sorge um zusätzliche Belastung des Personals:
Neue Technik bedeutet oft neue Prozesse. Die Angst, das Pflegepersonal weiter zu belasten, ist ein zentraler Hemmfaktor.
TI in der Pflege – Kosten, Refinanzierung und Unsicherheiten
Ein besonders kritischer Punkt sind die Kosten der Telematikinfrastruktur in der Pflege. Immer wieder rufen Anbieter Beträge auf, die deutlich über der staatlichen Refinanzierung liegen.
Häufige Suchfragen aus der Pflegepraxis:
- Was kostet die TI-Anbindung in der Pflege?
- Welche TI-Kosten werden refinanziert?
- Gibt es versteckte Zusatzkosten?
Fehlende Transparenz führt hier oft zu Verzögerungen oder Fehlentscheidungen. Wie ist genau die Sachlage? Pflegeeinrichtungen erhalten eine monatliche TI-Pauschale zur finanziellen Abgeltung der Kosten, die durch die Anschaffung und den laufenden Betrieb der Telematikinfrastruktur entstehen. Diese Pauschale setzt sich aus einem Grundbetrag von und Zuschlagspauschalen zusammen, z. B. für den e-HBA. Pflegeeinrichtungen müssen zunächst die TI einrichten und können sich diese Kosten anschließend laufend refinanzieren lassen, sobald der TI-Anschluss nachgewiesen funktioniert. Zusatzkosten können beispielsweise durch die KIM-Nutzung in der Pflegesoftware, weitere KIM-Adressen und zusätzliche Kartenlesegeräte entstehen.
Weitere Informationen zur Finanzierung gibt u.a. das Kompetenzzentrum für Digitalisierung in der Pflege der GKV: Finanzierung der Telematikinfrastruktur | Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege)
Hier geht es zur Antragsstellung für die Refinanzierung bei der KGV: Startseite | GKV-Antragsportal
Ein alternativer Ansatz – TI-Bundle für Pflegeeinrichtungen
Bei AKQUINET haben wir für Pflegeeinrichtungen einen einfachen Ansatz gewählt, und zwar ein klar definiertes TI-Bundle für die Pflege, das sich auf das Wesentliche konzentriert – ohne Abhängigkeit vom bestehenden Pflegesoftware-System.
Das AKQUINET TI-Bundle umfasst:
- TI-Anbindung für Pflegeeinrichtungen
- KIM-Adresse Pflege
- Kartenterminal mit PIN-Service für die SMC-B-Karte
- KIM-Mail (s. unten mehr dazu)
- TIM als optionale Ergänzung
Unabhängig vom Primärsystem und doch in der TI – mit kompletter KIM-Funktion
Ein häufiger Irrtum: Die TI-Anbindung in der Pflege ist zwingend an das Verwaltungs- oder Pflegesoftware-System gekoppelt. Das stimmt nicht! Die TI-Anbindung ist autark und unabhängig von der Nutzung der KIM-Postfächer, der e-PA oder TIM (Messenger). Für die KIM-Postfächer gibt es schlanke und kostengünstige Lösungen – beispielsweise über Outlook. So lassen sich KIM-Mails empfangen und versenden. Die neuen Funktionalitäten lassen sich so schnell und einfach und ohne große Extrakosten austesten. Die KIM-Mailadresse kann bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt in das Primärsystem integriert werden, ohne sie zu verändern.
Weitere Informationen zur Einrichtung einer KIM-Mail-Adresse in diesem Beitrag: Drei zentrale Aspekte der TI-Anbindung, die viele Pflegeeinrichtungen nicht kennen - ehealthblog.akquinet.de
Blick nach vorn – warum sich frühes Handeln lohnt
Auch wenn aktuell noch eine Übergangsphase für die TI-Anbindung besteht, ist die Richtung klar: Die Telematikinfrastruktur in der Pflege wird ab 2027 verbindlich zum Alltag gehören.
Ein frühzeitiger Einstieg bei AKQUINET bietet Pflegeeinrichtungen:
- 5 Jahre Refinanzierungssicherheit
- 5 Jahre stabile Preise ohne Erhöhungen
- Planungs- und Rechtssicherheit
- weniger Zeitdruck bei späteren Pflichtprozessen
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